Geburtstrauma

Die Geburt eines Menschen

ist ein Wunder!

Eine Geburt ist trotz aller Planungsstrategien ein einzigartiges Naturereignis, das tiefgreifenden Einfluss auf das Leben einer Frau haben kann.

Der Mythos Geburt reicht bis in die Wiege der Menschheitsgeschichte. Die Bandbreite der Geburtserfahrungen ist vielfältig, dabei einzigartig und erstreckt sich in die Grenzbereiche der menschlichen Existenz. Im Rahmen einer Entbindung können belastende Vorerfahrungen reaktiviert werden oder Umstände eintreten, die die betroffene Frau nicht einfach bewältigen kann. Das Erleben von kräftezehrender und frustrierender Geburtseinleitung, ungewünschtem Geburtsverlauf, ungeplantem Geburtsmodus, Notfallsituationen unter der Geburt, ausgeprägten Geburtsverletzungen sowie ungeplantes und ungewünschtes Erleben im (Früh-)Wochenbett können eine Frau an die Belastungsgrenze ihrer Bewältigungsfähigkeiten führen oder diese überschreiten.

Jede Entbindung stellt eine Schwellensituation im Leben dar. In einer Zeit, in der sich das Familienleben neu strukturiert, fällt es Frauen oftmals besonders schwer über negativen Geburtserfahrungen zu sprechen. Erste Ansprechpartner/-innen sind meist der Partner, Familienangehörige oder Freundinnen. Wenn diese mit Bagatellisierung („Das vergisst du bald, das war bestimmt nicht so schlimm!“) und Unverständnis („Jetzt ist doch alles gut, das Baby ist doch so süß und gesund!“) reagieren, kann sich der innerseelische Druck der Wöchnerin erhöhen. 

Wenn Gespräche über die Geburt im vertrauten Kreis nicht entlasten oder Nachhallerinnerungen, sogenannte flash-backs, auftreten und zu einem Wiedererleben der belastenden Ereignisse führen, sollte sich die betroffene Frau an eine Hebamme oder Gynäkologin wenden.  Sehr häufig finden betroffene Frauen über ihre Hebamme oder ihren Gynäkologen den Weg zu mir.  Bei der Begleitung geburtstraumatisierter Frauen arbeite ich interdisziplinär mit Hebammen und ärztlichen Psychotherapeutinnen.

Meine Behandlung beschränkt sich auf leichte Formen der Geburtstraumatisierung. Schwere Formen der Geburtstraumatisierung müssen von Fachärztinnen/ärztlichen Psychotherapeutinnen behandelt werden.