Schwangerschaft

Psychosoziale Beratung

in der Schwangerschaft

Das Erleben von Schwangerschaft und Geburt ist für die meisten Frauen und Männer eine sehr einprägsame und im positiven Sinn beeindruckende Erfahrung. Märchen und Mythen, Staat und Gesellschaft, Medien und Werbung, persönliche Erzählungen und Familientraditionen akzentuieren diese besonderen Zeiten und prägen die individuellen (Wunsch-)Vorstellungen von werdenden Eltern zu Schwangerschafts- und Geburtsverlauf.

Die moderne Medizin sowie gesellschaftliche und strukturelle Gegebenheiten bieten hierzulande gute Voraussetzungen, diese zu realisieren. Doch auch die guten Rahmenbedingungen können nicht immer verhindern, dass Schwangerschaft, Entbindung und Wochenbettzeit für eine Frau und ihre Angehörige zu einer harten Belastungsprobe werden. Familienplanung und der Wunsch nach einer (neuen) Schwangerschaft können bereits vor deren Eintritt überschattet sein.

Das nachfolgende ABC zeigt ein kleines Spektrum von Belastungen, die während einer Schwangerschaft und durch die Geburt auftreten können:

Ambivalenzen . Beschwerden körperlicher Art . Clinch mit Partner . Dramatische Momente  . Einsamkeit .  Frust – Ganz normal schwanger sein wollen . Hunger nach Unbeschwertheit . Intrigante Kolleginnen . Jämmerlichkeit . Kraftlosigkeit . Leiden . Mutlosigkeit . Nervosität . Ohne Freude sein . Pessimismus . Quälende Ängste . Ruhelosigkeit . Schuldgefühle . Trauer . Ungeduld . Veränderungen nicht annehmen können . Wesensveränderung . X-fache Untersuchungstermine . sich wie Ysop fühlen . Zerschlagenheit

Hoher Erwartungsdruck nach belastender Kinderwunschzeit, schwangerschaftsbedingte Erkrankungen und Beschwerden wie Hyperemesis gravidarum, Risiko - und Mehrlingsschwangerschaft, Ängste in der Schwangerschaft und vor der Geburt können für eine Schwangere zu einer großen Belastung werden.

Wenn der Bindungsaufbau zum Kind schwerfällt und familiäre Konflikte überhandnehmen, kann es psychosoziale oder psychotherapeutische Begleitung in der Schwangerschaft eine gute Ergänzung zur Betreuung durch den Arzt und die Hebamme sein.
Es gibt Schwangerschaften, die von besonderen Vorerfahrungen geprägt und dadurch belastet sein können, wie beispielsweise eine Schwangerschaft nach Fehl- oder Stillgeburt, Schwangerschaftsabbruch, Frühgeburtlichkeit oder nach traumatisch erlebter Geburt.

Das Gesprächssetting bietet Raum, um offen über die belastenden Herausforderungen einer Schwangerschaft oder einer traumatisierenden Geburt zu sprechen. So kann es  hilfreich sein, bereits vor Eintreten einer Folgeschwangerschaft oder in der Frühschwangerschaft geeignete Schutz- und Umgangsstrategien für belastende Emotionen und mögliche Konflikte zu entwickeln. Ergänzende zur Gesprächsführung nach Rogers biete ich bei der Begleitung von Schwangeren Psychoedukation, körperorientierte Entspannungsverfahren und Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie. Bei der psychosozialen und psychotherapeutischen Betreuung von Schwangeren arbeite ich in Rücksprache und kooperierend mit der betreuenden Gynäkologin und Hebamme.